Therapiekosten

Therapiekosten können als Soforthilfe oder als Kostenbeiträge für längerfristige Hilfe Dritter geltend gemacht werden. Es werden Kostengutsprachen für eine bestimmte Anzahl Sitzungen erteilt. Auch Personen, die als nahe Angehörige des Opfers durch die Straftat stark betroffen sind, können ein Gesuch um Übernahme der Therapiekosten stellen.

Voraussetzungen für die Kostenübernahme

  • gesuchstellende Person oder naher Angehöriger ist Opfer einer Gewalttat geworden
  • Therapie ist geeignet und notwendig um das erlittene Trauma zu verarbeiten
  • Kostenübernahme ist aufgrund der finanziellen Verhältnisse des Opfers bzw. des Angehörigen angezeigt
  • Kosten werden nicht von Dritten übernommen (z.B. Täter, Krankenversicherung, Unfall- oder Invalidenversicherung, Haftpflichtversicherung)

Umfang und Dauer der Finanzierung

Grundsätzlich ist die Dauer der Kostenübernahme abhängig von der Schwere der Tat und dem Ausmass der psychischen Beeinträchtigung.

Ausgehend von einer Sitzungsfrequenz von einer Sitzung/Woche wird eine Kostengutsprache von maximal 40 Sitzungen/Jahr geleistet. In Krisensituationen kann die Frequenz vorübergehend höher sein. Dies ist zu begründen.

Fortsetzungsgesuche sind möglichst vor Ausschöpfung der laufenden Kostengutsprache einzureichen.

Tarif

Die Kantonale Opferhilfestelle anerkennt Ansätze bis maximal Fr. 150.-- pro Sitzung.

Bei delegiert arbeitenden TherapeutInnen werden nur die Selbstbehaltskosten von 10 % des gesetzlich anerkannten Tarifs (TARMED) vergütet.

Vergütung von bereits entstandenen Therapiekosten

Nur, wenn die Therapie durch eine Opferberatungsstelle vermittelt wurde und noch andauert. Rückwirkend können dann maximal die Kosten für die Dauer eines Jahres vor Gesuchseinreichung übernommen werden.

Kostenübernahme nach Stabilisierung des Zustandes

Im Rahmen der Soforthilfe und längerfristigen Hilfe können Therapiekosten bis zur Stabilisierung des Zustandes unabhängig vom Zeitpunkt der Straftat (teil-) finanziert werden. Liegt ein nicht mehr besserungsfähiger Zustand vor, so wird das Gesuch unter dem Titel der Entschädigung geprüft. Dies setzt voraus, dass das Gesuch innerhalb der gesetzlichen Verwirkungsfrist eingereicht wurde (vgl. Art. 25 Opferhilfegesetz [OHG], § 13 Einführungsgesetz zum OHG).