Soforthilfe

Soforthilfe dient dazu, die aus einer Straftat resultierenden, dringendsten Bedürfnisse abzudecken. Sie kann in Anspruch genommen werden, wenn als Folge der Straftat dringender Handlungsspielraum besteht und vertiefte Abklärungen, z.B. zu den finanziellen Verhältnissen, zu lange dauern würden. Es handelt sich somit um Erste-Hilfe-Massnahmen. In Frage kommen insbesondere Kosten für anwaltliche Erstberatung, therapeutische und medizinische Erste-Hilfe, Notunterkunft oder Betreuungshilfe.

Kostenlosigkeit

Die Soforthilfe ist für das Opfer unentgeltlich und in der Regel unabhängig von den finanziellen Verhältnissen. Wenn von Anfang an klar ist, dass sich das Opfer in sehr guten finanziellen Verhältnissen befindet, fehlt es an der Dringlichkeit und an der Notwendigkeit der Hilfe.

Zuständigkeit

Maximal 1000 Franken können durch die Beratungsstellen selbst ausgerichtet werden. Übersteigt die Soforthilfe diesen Betrag, ist ein Gesuch bei der Kantonalen Opferhilfestelle einzureichen.

Subsidiarität

Auch Leistungen der Soforthilfe sind subsidiär zu Leistungen Dritter, wie z.B. der Kranken- oder Unfallversicherung.

Umfang

Die finanzielle Soforthilfe umfasst je nach konkretem Bedarf des Opfers mindestens:

  • 21 Tage Notunterkunft
  • 21 Tage Überbrückungsgeld
  • 4 Stunden anwaltliche Beratung
  • 10 psychotherapeutische Sitzungen
  • Medizinische Erstversorgung
  • Dringende Transport-, Reparatur- und Sicherungskosten
  • Übersetzungskosten