Längerfristige Hilfe Dritter

Benötigt das Opfer zur Bewältigung der Folgen der Straftat längerfristige Hilfe Dritter, übernimmt die Kantonale Opferhilfestelle je nach den finanziellen Verhältnissen des Opfers die Kosten dafür ganz oder teilweise. In Frage kommen z.B.: Anwaltliche Beratung/Vertretung, therapeutische und medizinische Hilfe, Notunterkunft und Haushalts- oder Betreuungshilfe, Übersetzungskosten.

Längerfristige Hilfe wird geleistet, bis sich der gesundheitliche Zustand stabilisiert hat und die übrigen Folgen der Straftat möglichst beseitigt oder ausgeglichen sind. Von einer Stabilisierung wird dann ausgegangen, wenn von der Fortsetzung einer Behandlung/Therapie keine namhafte Besserung des Gesundheitszustandes mehr erwartet werden kann.

Dient eine medizinische Massnahme nur noch der Aufrechterhaltung eines stabilen Zustandes, so ist die Übernahme der entsprechenden Kosten (z.B. Pflegekosten, Kosten für Haushalt- und Betreuungshilfe, Therapiekosten) unter dem Titel der Entschädigung zu prüfen.

Längerfristige Hilfe Dritter kann übernommen werden, wenn sie notwendig, geeignet und angemessen ist. Dabei sind die konkrete Situation und die Hilfsbedürftigkeit des Opfers massgebend. Zu berücksichtigen sind insbesondere:

  • Der Grad der Beeinträchtigung des Opfers durch die Straftat
  • Die Möglichkeit und Fähigkeit des Opfers, die Folgen der Straftat zu bewältigen
  • Die körperliche und geistige Gesundheit des Opfers
  • Sprach- und Rechtskenntnisse des Opfers
  • Wirksamkeit und Erfolgsaussichten einer bestimmten Hilfeleistung
  • Die Möglichkeiten des Opfers zur Schadenminderung im Rahmen des Zumutbaren.

Die zuständigen Stellen klären bei der Übernahme von Kostenbeiträgen für längerfristige Hilfe periodisch den Leistungsbedarf des Opfers ab.