Voraussetzungen

Ein Anspruch auf Genugtuung nach dem Opferhilfegesetz besteht, wenn dem Opfer eine schwere Beeinträchtigung zugefügt wurde. Die zivilrechtlichen Regelungen sind sinngemäss anwendbar.

Von einer schweren Beeinträchtigung wird z.B. dann ausgegangen, wenn die Straftat zu einer dauernden Schädigung, bzw. zur Invalidität des Opfers geführt hat. Wenn keine bleibende Schädigung vorliegt, kommt ein Genugtuungsanspruch etwa dann in Betracht, wenn das Opfer lebensgefährlich verletzt wurde und der Heilungsprozess besonders langwierig und komplikationsreich (z.B. langer Spitalaufenthalt, mehrere Operationen) verläuft oder die Verletzung eine längere, mehrere Monate dauernde Arbeitsunfähigkeit des Opfers zur Folge hat. Beträchtliche psychische Beeinträchtigungen oder posttraumatische Stresszustände können ebenfalls einen Genugtuungsanspruch begründen, sofern sie zu einer dauerhaften Veränderung der Persönlichkeit des Opfers führen.

Kein Genugtuungsanspruch besteht in der Regel bei leichteren Verletzungen mit einem komplikationslosen Heilungsverlauf (z.B. Nasenbeinbruch, Armbruch, Prellungen).

Der Anspruch auf Genugtuung besteht unabhängig von den finanziellen Verhältnissen des Opfers.